Roséwein – Weinalternative für den Sommer

Lange wurde Rosé nicht wirklich ernst genommen. Doch das beginnt sich zu ändern – in den letzten Jahren kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack. Was nicht allzu sehr verwundert, bietet er doch gerade im Sommer eine gute Alternative zu Weiß- und Rotwein. Vor allem zu den leichten Speisen der Jahreszeit passt Roséwein hervorragend.

Vor noch wenigen Jahren kamen Roséweine auf gerade einmal 2% Marktanteil, mittlerweile ist der immerhin auf 8% geklettert. Die Entwicklung brachte viele faszinierenden Rosé-Kreationen aus Anbaugebieten weltweit hervor.

Die Farbe des Rosé hängt von der Herstellung ab

Roséwein wird normalerweise aus Rotweintrauben gekeltert, danach aber wie Weißwein vergoren. Die Farbe des Endresultats hängt davon ab, wie bei diesem Prozess vorgegangen wird. Ein sehr heller Rosé entsteht, wenn die Trauben unzerkleinert gekeltert, danach nur schwach abgepresst werden und der Most anschließend ohne Schalen vergoren wird. Das Aroma ist in diesem Falle eher zart und delikat. Verbleiben die Trauben jedoch zwei bis drei Tage auf der Maische und werden erst danach gepresst, verleiht das dem Wein eine stärkere, himbeerrote Farbe. Auch der Geschmack ist nun etwas konzentrierter. Die Beerenhäute färben den Wein umso intensiver, je länger sie im Most verbleiben.

Mit der Saignée-Methode wird in Frankreich der intensivste Roséwein hergestellt. Dabei wird während der Rotweinherstellung aus dem Gärbehälter nach höchstens zwei Tagen ein Teil des Mostes entnommen und anschließend zu Rosé verarbeitet. Der im Behälter verbleibende Rotwein erhält dadurch gleichzeitig eine höhere Konzentration, da nun der Anteil von Tanninen und Farbstoffen aus den Beerenhäute in der Maische höher ist. Somit ist der mit der Saignée-Methode erzeugte Rosé quasi ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung. Seiner Qualität tut das jedoch keinen Abbruch. Der aus der Gegend von Avignon stammende Tavel, gilt vielen Kennern als der beste Rosé überhaupt – auch er wird im Saignée-Verfahren gewonnen. Tavel besteht aus einem bunten Potpourri von Rebsorten: Cinsault, Mourvèdre, Clairette Blanche, Syrah, Bourboulenc, Piquepoul Blanc, Carignan, Grenache verleihen ihm seinen einzigartigen frischen und doch konzentrierten Geschmack. Im Gegensatz zu anderen Rosés, die so jung wie möglich und gut gekühlt getrunken werden sollten, kann Tavel auch einige Jahre auf der Flasche reifen.

 

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