Holunder – Leckeres vom Wegesrand

Er wächst am Waldrand, in Gärten und Parks oder auch einfach am Wegesrand, der Holunder- oder Holderbusch. In unseren Gegenden ist vorwiegend der schwarze Holunder (Sambucus nigra) verbreitet. Der bis zu sieben Meter hohe Strauch ist relativ leicht zu finden und aus seinen duftenden weißen Blüten und aromatischen Früchten lassen sich schmackhafte und gesunde Sachen herstellen. Lange Zeit war sie etwas in Vergessenheit geraten, doch jetzt wird Omas Hollerküche wiederentdeckt.

Holunderblüten

Holunder blüht – je nach Lage – von Mai bis Anfang Juli. Der intensive Duft der doldenförmigen weißen Blüten erinnert etwas an Honig. Am besten erntet man die Blüten bei trockenem, sonnigem Wetter am Vormittag, da entfalten sie ihr bestes Aroma. Nur die voll erblühten Dolden sollten abgeschnitten und in einem offenen Gefäß transportiert werden. Die zarten Blüten sind sehr empfindlich und können schnell verderben. Daheim die Dolden ausschütteln, gegebenenfalls kurz abspülen und gut trocknen lassen. Dann werden sie meist zu leckerem Gelee oder Sirup verarbeitet. Holunderblütensirup mit Prosecco ist ein köstlicher Aperitif und Grundlage für den angesagten Sommer-Cocktail “Hugo”. Das blumig-würzige Aroma der Blüten schmeckt aber auch wunderbar in Kuchen oder Torten, als erfrischende Limonade im Sommer oder getrocknet als Holunderblütentee.

Holunderbeeren

Im September können die herb-aromatischen Früchte des Holunderstrauchs gepflückt werden. Unreife Beeren sind giftig, deshalb sollte man den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abpassen. Die reifen, schwarz glänzenden Beeren des schwarzen Holunders hängen schwer an den Ästen und dürfen nicht mehr rötlich aussehen. Am besten trägt man – auch wegen möglicher Verfärbungen – bei der Ernte und Zubereitung Handschuhe. Frische Beeren möglichst gleich weiterverarbeiten, da sie schnell ungenießbar werden. Rohe Beeren enthalten ebenfalls giftige Substanzen, daher werden sie gekocht und klassischerweise zu Saft, köstlichem Gelee oder Likör verarbeitet. Aus dem Saft lässt sich auch eine erfrischende Holundersuppe für heiße Tage zaubern. Holunderbeeren schmecken ebenfalls lecker auf Pfannkuchen oder in Muffins. Ausserdem verfeinert der intensive, ausgeprägte Geschmack Soßen für Wild oder Geflügel. Ein besonderes Tröpfchen ist der Holunderbrand, den man allerdings besser kaufen statt selbst herstellen sollte.

Holunder als Heilpflanze

Holunder schmeckt nicht nur gut, sondern ist zudem auch äußerst gesund. Er spielte schon vor Jahrhunderten als Heilmittel eine große Rolle. Der Holunderstrauch am Haus diente als eigene Hausapotheke. Die Blüten wirken schleimlösend und stark schweißtreibend. Holunderblütentee, bei Erkältungen und Fieber getrunken, unterstützt den Heilungsprozess. Noch dazu sind die Beeren wahres Powerfood. Sie enthalten viele Vitamine, hauptsächlich Vitamin C und A, Spurenelemente wie Eisen und Zink und ätherische Öle. Holunderbeerensaft eignet sich daher besonders gut zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems und der Abwehrkräfte. Außerdem ist der im Saft enthaltene Farbstoff Sambucyanin ein Antioxidans, welches vor freien Radikalen schützt und so ein ausgezeichnetes Mittel gegen den Alterungsprozess ist. Aber nicht nur die Blüten und Beeren sind nutzbar. Rinde und Wurzel wirken abführend. Sogar die Blätter des Holunderbusches wurden früher bei Rheuma und Hautkrankheiten eingesetzt. Die Natur hat viel Gutes zu bieten, man muss es nur zu nutzen wissen!

Bildquelle: elder-1440094_640© Romi – Pixabay.com

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