Weißwein: das perfekte Sommergetränk

Die Regenzeit ist vorbei, der Sommer kommt – und damit die Zeit des Weißweins. Leicht, spritzig und kühl, dabei mit etwas weniger Alkoholgehalt als die meisten Rotweine, gilt er als das perfekte Sommergetränk. Und er passt prima zu den in der warmen Jahreszeit bevorzugten leichteren Speisen.

Was die Geschichte des Weißweins angeht, ist es ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei. Was war zuerst da: Weißwein oder Rotwein? Darüber streiten sich bis heute die Geister. Mittlerweile neigt die Wissenschaft dazu, Weißwein zeitlich nach dem Rotwein einzuordnen – einfach deshalb, weil die Herstellung von Weißwein im ersten Schritt ein klein wenig komplizierter ist. Historisch belegt ist er aber schon bei den alten Griechen, die Römer brachten ihn später nach Germanien, wo er sich besser bewährte als rote Sorten. Bis heute wird in Deutschland deutlich mehr Weißwein als Rotwein angebaut, denn der braucht weniger Licht und Wärme als Rotwein, um optimal zu reifen. Prinzipiell wird Weißwein in fast allen Weinbaugebieten der Welt produziert.

Herstellung, Sorten und passende Speisen

Anders als man vermuten könnte, lässt sich auch aus „roten“, also blauschaligen Rebsorten ein gelbgrüner bis strohgelber Wein gewinnen – solange das Fruchtfleisch der entsprechenden Sorte hell ist. Das ist zum Beispiel beim Grauburgunder der Fall. Solange der Most vor dem Vergären rechtzeitig abgepresst wird und die Beerenhäute mit den darin enthaltenen Pigmenten nicht mit in die Maische gelangen, behält der Wein eine helle Farbe. Außerdem enthält er so weniger Tannine und Gerbstoffe als Rotwein. Wenn die Gärung vorzeitig unterbrochen und damit der Zucker im Most nur teilweise in Alkohol umgesetzt wird, entstehen halbtrockene oder liebliche Weißweine. Der Ausbau des Weins erfolgt heute in der Regel im Stahltank, nur einige kräftige Sorten werden gelegentlich im Barrique ausgebaut, wodurch Farbe und Geschmack des Weines vom Holz beeinflusst werden.

Deutschland ist vor allem berühmt für seinen Riesling, eine weitere weit verbreitete Rebsorte ist der Grauburgunder. In Frankreich und Italien ist er unter dem Namen Pinot Gris bzw. Pinot Grigio bekannt. Weitere verbreitete Reben, die oft reinsortig ausgebaut werden, sind Chardonnay, Müller-Thurgau und Grüner Veltiner. Während in Deutschland traditionell bedingt oft reinsortige Weine erzeugt werden, sind in Frankreich und Italien Cuvées weit verbreitet. So werden für weiße Bordeaux‘ zum Beispiel oft die Sorten Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle verschnitten.

Weißwein passt besonders gut zu Fisch, hellem Fleisch, Spargel und natürlich zu Meeresfrüchten. Zu Austern ist ein leichter Weißwein unerlässlich und Miesmuscheln im Weißweinsud sind eine wahre Delikatesse. Auch viele andere Soßen und Ragouts erhalten durch Weißwein ihren letzten Schliff.

 

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